Abt. D Mergler: Urkunden und Briefe

Die Orginale wurden dem Stadtarchiv Hachenburg freundlicherweise von Ernst Neubronner zur Verfügung gestellt. Sie werden künftig im Stadtarchiv [Best. D/Mergler] aufbewahrt.


 

26. Januar 1824 - StAH Abt. D Nr. 1

Nachdem Herr Georg Mergler gebürtigt aus Lorch im
Rheingau drey Jahren in der Lehre und ¾ Jahre
als Gehülfe in meiner Apotheke gestanden, und
sich während dieser Zeit nicht allein thätig und recht-
schaffen, sondern auch aufmercksam und bescheiden
benommen hat; so mache ich mir ein besonderes
Vergnügen daraus, ihm nicht nur diese rühmliche
Eigenschaften bey seiner Entlassung pflichtmäßig
zu bezeugen, sondern ihn auch wegen seinem
gründlichen pharmaceutischen Kenntnisse allen
genau zu empfehlen, die ihn wieder in dieser
Eigenschafft anzustellen beabsichtigen.
Waechtersbach, d(en) 26. Jan(uar) 1824
G.J. Altenkirch
Hofapotheker

Daß der Herr Hofapotheker Altenkirch ... vorste-
hendes Zeugniß ausgestellt habe, bescheiniget
Wachtersbach am 27. Januar 1824.
Aus kurfürstlichem Kreisamte.
Kramer


20. August 1825 - StAH Abt. D Nr. 2

Schulzeugnis
Vorzeiger Lubecke Henriette Elisabethe Juengst
Tochter des H(errn) Kaufmanns Henrich Bernhard Jüngst dahier
gebohren den 27ten August 1811 zu Emmerichenhain,
in dem Herzoglich Nassauischen Amte Rennerod,
ist nach erlangter vorzüglicher Befähigung aus der Elementar-Schule
zu Emmerichenhain, welche dieselbe acht Jahre lang besucht hat, entlas-
sen worden.
Emmerichenhain, den 20ten August im Jahr 1825.
Der Schullehrer Zehrung.
Vorstehende Entlassung wird bestätigt durch den Schulvorstand
F.M.C. Julius ...
Beglaubigt durch den Schul-Inspektor
Hartmann


20. November 1827 - StAH Abt. D Nr. 3

Herr Georg Mergler aus Lorch gebürtig,
hat in meiner Apotheke ein und einhal-
bes Jahr als Gehülfe gestanden, und mir
während dieser Zeit, durch Treue, Fleiß
und sittliches Betragen, Veranlaßung
gegeben, ihn einem jeden resp(ektive) Leser
dieses empfehlen zu können.
Da derselbe Willens seine pharmaceutisches
Studium auf einer Universität fort-
zusetzen, und mich um ein schrift-
liches Zeugniß seines Wohlverhaltens
gebeten hat, so ertheile ich ihm solches
andurch mit Vergnügen, indem ich ihm
zu seinen ferneren Unternehmungen
von Herzen Glück wünsche.
Wetzlar, d(en) 20. November 1827. S. Kiepe
Apotheke zum Goldenen Haupt


1. Mai 1828 - StAH Abt. D Nr. 4

Studienbescheinigung der Universität Jena, vertreten durch Prorektor Dr. Carol(us) Frid(ericus) Bachmann, für Georg Mergler, aus Lorch, Student der Pharmazie.

 

 

 

 

 

 


 

August 1828 - StAH Abt. D Nr. 5

Daß Herr Georg Mergler aus Lorch von Ostern bis
Michaelis 1828, in meiner pharmaceutisch-chemischen Lehran-
stalt sich befand, meine Vorlesungen über pharmaceutische
Chemie und Waarenkunde mit dem ausgezeichneten Fleiße
besuchte, die ihm obliegenden praktischen Arbeiten mit Sorg-
falt ausführte und auch in moralischer Hinsicht musterhaft
betrug, wird hierdurch, der Wahrheit gemäß, bescheinigt.
Jena im Aug(ust) 1828
Dr. Schoebel
Professor p(erge) p(erge)


13. März 1829 - StAH Abt. D Nr. 6

Wir Prorector und Senat der Großherzog(lichen)
Herzogl. Sächsischen Gesammt-Universität Jena bezeugen
hierdurch, daß Herr Georg Mergler aus Lorch, auf
das von ihm beigebrachte Zeugniß de dato den 20.ten
November 1827 unterm 1. May 1828 als Studiosus
Pharmaciae bei hiesiger Universität immatrikulirt
worden, und daß er sich während seines einjährigen
Aufenthalts auf derselben gesetzlich und anständig
betragen hat.
Unter des zeitigen Prorektors-Unter-
schrift und Beidruckung des Universitäts-Insiegels
gegeben zu Jena am 13. März 1829
Dr. C.W. Walch
d(er) Z(eit). Prorector

Gesehen von dem Großherzog(lich) Herzog(lich) Sächsi(schem)
ausserordentlichen Regierungs-Bevollmächtigten.
In dessen Abwesenheit für denselben
C.W. Walch
d(er) Z(eit). Prorector


17. März 1829 - StAH Abt. D Nr. 7

Herr Georg Mergler, aus Lorch a(m) R(hein), hat im Sommer-
halbjahr 1828 meine Vorlesung über die Elemente
der reinen Mathematik mit Fleiß und Aufmerksamkeit
besucht, was ich der Wahrheit gemäß hierdurch bezeuge.
Jena
d(en) 27t(en) März
1824
Dr. Wahl p(erge) p(erge).


28. März 1829 - StAH Abt. D Nr. 8

Herr Studiosus Georg Mergler aus Lorch im Nassauische[n]
hat sowohl meine Vorlesungen über allgemeine
Botanik nebst damit verbundenen botanischen
Excursionen im Som(m)erhalbjahre 1828, als auch über
allgemeine Naturgeschichte u(nd) Krystallographie im
Winterhalbjahre 1828-29 mit solchem ausdauernde(m)
Eifer besucht, daß ich mich wahrhaft freue,
ihm das rühmlichste Zeugniß desßhalb ertheilen
zu können.
Dr. J. C. Zenker
Prof(essor) der Medizin
Jena,
am 28. März
1829


 

13. Juni 1829 - StAH Abt. D Nr. 9

Ac. Num. Reg. 16800

Dem Gesuche des Candidaten der Pharmacie Georg
Mergler von Lorch,

um Zulassung zur Prüfung,

kann erst dann willfahrt werden, wenn derselbe durch
ein von dem landesherrlichen Commissarius der Uni-
versität Jena ausgestelltes Zeugniß bescheinigt, daß
er sich während des Aufenthaltes auf der Univer-
sität gut aufgeführt und an keinen verbotenen
Verbindungen Antheil genommen hat.
Wiesbaden am 13ten Juni 1829
Herzoglich Nassauische Landes-Regierung
Möller

Incl. dem h(erzog)l(ichen) Oberschultheisen Ger-
mersheimer zu Lorch zur Abgabe
Rüdesheim d(en) 21. Juni 1929.
[Germersheim?]

Stempel 14 X (euzer).

Jncl. dem herz(og)l(ichem) Amtmann Herrn
Justizrath von Sachs in
Rüdesheim zur Abgabe
am 21. Juni 29


10. August 1829 - StAH Abt. D Nr. 10

Der
Regierungs Vice-Praesident
an
den Candidaten der Pharmacie Herrn Georg
Mergler in Lorch Amts Rüdesheim

ad reg(istrum) 23384

dessen Prüfung in den
pharmaceutischen Wissen-
schaften betr(effend).

Auf Ihr bei Herzoglicher Landesregierung
eingereichtes Gesuch um Zulassung zur Prüfung
in den pharmaceutischen Wissenschaften wird
ihnen aufgegeben den 20ten dieses Monats im
Regierungsgebäude bei dem Herzoglichen Re-
gierungssecretär Herrn Moureau zu er-
scheinen, welcher Ihnen einige Fragen zur
schriftlichen Beantwortung vorlegen, und
demnächst das Weitere eröffnen wird.
Wiesbaden d(en) 10ten August 1829
Möller


21. September 1829 - StAH Abt. D Nr. 11

Des
durchlauchtigsten Herzogs und Herrn,
Herrn Wilhelm souverainen
Herzogs zu Nassau

Wir zu höchstdero Landes-Regierung verordnete
Präsident, Directoren, Geheime-, Geheime Regierungs-,
Regierungs-Obermedicianal-Räthe und Assessoren
beurkunden hierdurch, daß der Candidat der Pharmacie, Georg Mergeler
aus Lorch, Amts Rüdesheim, sowohl schriftlich, als auch mündlich in allen
Theilen der pharmaceutischen Wissenschaften, theoretisch, sodann auch practisch
geprüft worden ist, und in dieser Prüfung genügende Kenntnisse gezeigt hat.
Derselbe wird daher in die Zahl der geprüften Candiaten der Pharmacie
aufgenommen, und ihm darüber gegenwärtige Urkunde zu seiner Legitimation
zugefertigt.
Urkundlich gewöhnlicher Unterschrift und des beigedrückten Regierungs-
Siegels.
Wiesbaden am 21ten September 1829
Möller

Stempel 20 Xr(euzer)
i(m) A(uftrag) Wilhelm

Jncl.
Dem Herrn Medicinalrath Wil-
helm zu Geisenheim zur Abgabe.


28. September 1829 - StAH Abt. D Nr. 12

Der Medicinalrath
an
den Hern Candidaten der Pharmacie
Georg Mergeler. Lorch

Sie erhalten hiermit die
Urkunde, daß sie unter die
Zahl der geprüften Candidaten
aufgenommen sind, wo zu ich
Jhnen gratulire, und Sie mir einen
Revers über die so erhaltene
Urkunde, so wie über die Zeugnisse
baldmoglichst einzuschicken ersuchen
muß.
Geisenheim d(en) 28t(en)
September 1829
Dr. Wilhelm


19. Januar 1831 - StAH Abt. D Nr. 13

Lehr-Vertrag

Adolph Schäfer von Idstein, Sohn des Herrn Gastwirth Schäfer dahier, tritt von Ostern 1831 in die Herbstische Apotheke, um unter der Leitung der Geschäftsführer derselben G. Mergler, die Pharmazie zu erlernen. Derselbe macht sich urkundlich vier Jahre lang, und das von Ostern 1831 bis Ostern 1835 zu verweilen, während dieser Zeit Folgsamkeit, Fleiß, Treue, sittliches Betragen steets zu erweißen, wogegen Provisor Mergler verspricht, denselben nach Kräften zu unterrichten, um ihn bei seiner Entlassung als brauchbarer Pharmazeut einem jeden Apotheker übergeben zu können.
Ausgeno(m)men den Mittag[-] und Abendtisch im ersten Jahre genießt derselbe Kost und Logie in der Apotheke, die nöthige Wasche hat er sich selbst zu stellen, Das Lehrgeld ist nach Übereinkunft auf zweihundert Gulden festgesetzt, welche zur Hälfte 1831 und 1833 zu Ostern bezahlt werden.
Sollte Provisor Mergler während dieser Zeit aus dem Geschäfte austreten, welches er ein halb Jahr zuvor der der administrativen Behörde, Herrn Medicinalrath Doctor Frangun anzuzeigen hat, so bleibt es dem Lehrling unbeno(m)men, in der Herbstischen Apotheke bei dem künftigen Verwalter seine Lehrzeit zu vollenden, oder sich einen andern Apotheker anzuvertrauen.
Zu dem Ende haben diesen Lehrvertrag der Lehrling Adolph Schäfer, der Vater desselben Herr Gastwirth Schäfer und der Geschäftsführer der Apotheke eigenhändig zu unterschrieben.
Idstein, d(en) 19(ten) Januar 1831
Der Lehrling Adolph Schäfer
Der Vater: Gst [?] Schäfer
G. Mergler

Mit dem Vertrag daß H(err)
Provisor Mergler die Hälfte
des Lehrgelds nemlich hundert Gulden
erhalten soll, bin ich einverstanden.
Herbst


[Blatt 1]

6. Juni 1831 - StAH Abt. D Nr. 14

Die Endesunterschriebenen:

1.) Amtssecretär Ferdinand Vogler von Rüdesheim
für sich und als Mandatar und Geschäftsführer der übrigen
Erben des verstorbenen Amtsapothekers Carl Vogler
von Hachenburg

einerseits; und

2.) der Candidat der Pharmacie Georg Mergler von Lorch
dermalen Provisor zu Idstein

andererseits

haben heute folgenden Vertrag abgeschlossen:
Die Erben des Amtapothekers Carl Vogler von
Hachenburg verkaufen ihre dasige Apotheke und Farbwaa-
rengeschäft mit Gefäßen, Gerätschaften und Waaren
ohne Ausnahme an den Candidat der Pharmacie Georg
Mergler von Lorch dermalen Provisor zu Idstein für
achtzehntausend Gulden Conventionsmünze, oder den
Berliner Thaler zu einhundert und fünf Kreuzer Kauf-
schilling zahlbar mit dreitausend Gulden im Jahr nach
Uebernahme des Geschäfts von Seiten des Käufers, so-
dann die folgenden sechs Jahre mit zweitausend Gulden
jährlich und das dann folgende Jahr mit dreitausend
Gulden; also der ganze Kaufschilling binnen acht Jahren
zahlbar und seit Uebernahme des Geschäfts der Kaufschil-
ling zu fünf Procent jährlicher aber dabei vierteljährig
am 1 Januar, 1 April, 1 Juli und 1 October jeden Jahrs
zahlbarerer Zinsen verzinslich.

[Blatt 2]

Die Uebernahme des Geschäfts erfolgt ohne Verzug
nach erfolgter Anstellung des Georg Mergler als Amtsapo-
theker zu Hachenburg.
Zur Sicherheit der Bezahlung des Kaufschillings wird
1) von Seiten der Verkäufer das Eigenthumsrecht an dem
Verkauften vorbehalten.
2) Das Vermögen des Käufers hiermit verhypothecirt
3) von diesem sich verpflichtet daß jährlich zwei Drittheile
der wirklichen reinen Einnahme des Geschäfts zur Er-
füllung seiner obigen Verbindlichkeiten an Zinsen und
Capital und nur ein Drittheil zu seiner Haushaltung
verwendet werden soll.
4) von demselben auf die Rechtswohltat der Comptenz
nach erfolgter Güterabtretung verzichtet.
Bemerkt wird daß durch obige dritte Bestimmung
wegen der 2/3 und 1/3 Einnahme nichts an den weiter
oben bestimmten Terminen abgeändert ist.
5) Die Eltern des Käufers namentlich Conrad Merg-
ler von Lorch und dessen Ehefrau Maria Magdalena
geb. Travers verpflichten sich als Bürgen, Zahlsleute
und Selbstschuldner mit Verzicht auf die Einrede der
Vorausklage und Theilung also jeder von beiden fürs
Ganze für Bezahlung obiger achtzehntausend Gulden
Kaufschilling in den bestimmten Terminen zu haften,
desgleichen verpflichtet sich Johann Travers von hier als de-
ren Rückbürge zu haften. Die Ehefrau des Conrad Merg-
ler wird noch auf ihre weiblichen Rechtswohlthaten als

[Blatt 3]

nämlich das bene. St. Velleg und die Auth. si qua
mullier etc. das Vorzugsrecht wegen ihrer Heyrathsgabe
und Einbringens rechtsgültig verzichten und mit ihrem
Ehemann über die zuerst zahlbaren neuntausen Gul-
den obiger achtzehntausend Gulden hypothekarische
Sicherheit leisten. Dafern dieser Verzicht und Hypo-
thek verweigert werde haften dennoch Conrad Merg-
ler und Johann Travers ihrer obigen Verpflichtung
gemäß,
den Verkäufer steht frei sich jeder Zeit das eine
oder andere obiger Sicherungsmittel zu benutzen.
Kein Theil kann wegen nicht niedergeschriebener
Punkte oder wegen Verletzung über die Hälfte Klage
erheben gegen den andern Theil.
Amtssecretair Vogler behält sich wegen der obigen
und folgenden Bestimmungen die Genehmigung sei-
ner Mutter bevor.
Ist diese erfolgt und dem Käufer angezeigt, so
ist dieser verpflichtet unverzüglich und redlich die geeign-
neten Schritte zu thun um seine Anstellung als Apo-
theker in Hachenburg zu bewirken. Erfolgt diese
Anstellung dennoch nicht, so ist obiger Vertrag ungil-
tig.
Die Frau Obermedizinsräthin Vogler zu Hachen-
burg vermiethet dem Käufer Georg Mergler das
bisherige Geschäftslocal der Apotheke nebst der Stube

[Blatt 4]

im unteren Stockwerk linker Hand und der hintern
Stube oder vordern Stube rechter Hand | unter beiden
letztern dem Vermiether allein die Wahl | im obersten
Stockwerk auf zwei Jahre zu jährlich einhundert Gulden
Miethzins. Die Vermietherin kann auf keinen Fall
die Miethe eher brechen und hat wenn nach jenen
zwei Jahren die Miethe aufhören soll ein halbes Jahr
vorher zu kundigen; indem dann allemal ein halbes
Jahr nach der Kundigung die Miethe aufhört.
Der Miether kann jeder Zeit, also auch während je-
ner zwei Jahre durch einen ein halbes Jahr vorher vor-
zunehmende Kündigung dem Miethcontract sein Ende
setzen.
Wenn Verkäufer wegen der zuerst zahlbaren
neuntausend Gulden (von den verbürgten achtzehntausend
Gulden Kaufschilling) gerichtliche Hypothek wie oben
bestimmt verlangen so müssen sie die Hälfte der
Kosten wegen des Hypothekenattests Expedition und
Stempel bezahlen.
Sämtliche Contrahenten als
1) Ferdinand Vogler, Amtssecretair zu Rüdesheim in
seiner oben bemerkten Eigenschaft
2) Georg Mergler von Lorch Candidat der Pharma-
cie
3) Conrad Mergler von Lorch
4) dessen Ehefrau Maria Magdalena geb. Travers
von Lorch

[Blatt 5]

5) Johan Travers von Lorch
haben zum Beweis obiger Versprechen deren Annahme
und der somit beiderseits erfolgten Verpflichtung in
Beiseyn des herzog(lichen) Oberschultheißen von Lorch unter-
schrieben.
Lorch am sechsten Juni 1831
Ferdinand Mergler
Am 8 Juni zu Rüdesheim unterzeichnet
behufs Duplicat für Käufer [?] etc.
Conrad Mergler
M. Magd. Mergler
gebohrne Travers
Als Rückbürge für die Zahlbarkeit
obiger Käufer
Johann Travers

Die eigenhändige Unterschrift des h(erzoglichen) Amtsscretair
Vogler von Rüdesheim, sodann der Herrn Georg Mergler
Conrad Mergler und dessen Ehefrau sowie des Johan
Travers von Lorch wird attestirt
Lorch, d(en) 6t(en) Juni 1831.
Für die Abschrift
N. Germersheimer
Obers[chultheiß]


1. September 1831 - StAH Abt. D Nr. 15

Wir Wilhelm,
von Gottes Gnaden,
souveräner Herzog zu Nassau pp.
haben uns gnädigst bewogen gefunden, den bisherigen
Provisor der Amtsapotheke zu Idstein, Georg
Mergeler aus Lorch zum Apotheker des Me-
dicinalbezirks Hachenburg zu ernennen, und ihm
statt der Besoldung den Bezug der in der festgesetz-
ten Gebührenordnung bestimmten Emolumente zu
bewilligen.
Zu seiner Legitimation haben wir für den-
selben gegenwärtiges Anstellungsdecret aus-
fertigen lassen.
Urkundlich unserer höchsteigenhändigen Un-
terschrift und des beigedruckten Cabinetssie-
gels.
Gegeben Biebrich den 1(ten) Sept(ember) 1831
Wilhelm

Stempel 12 fl.
Pro Biblioth. 20 fl.
Coll.
v(on) [unleserlich]


14. Juni 1832 - StAH Abt. D Nr. 16

Aufnahms-Zeugniss
in den
Landwirthschaftl(ichen) Verein
im Herzogtum Nassau
für
Herrn Amtsapotheker Mergler
Hachenburg

ausgestellt
Idstein den 14ten Junius 1832
von dem
Directorium des Vereins
Kruß
Albrecht


27. Februar 1833 - StAH Abt. D Nr. 18

A. 7931 Ad Num. St. M. 1161

Dem Gesuch des Amtsapothekers Mergler in Hachen-
burg,
um Erlaubniß zur Verehelichung mit Elisa, ei-
ner Tochter des Handelsmanns Jüngst in Emme-
richenhain,
ist willfahrt worden.
Wiesbaden, am 27. Februar 1833.
Herzoglich-Nassauisches Staats-Ministerium
v(on) Manschek [?]

Ret. cop. Herz(ogliche) A(mt) Hachenburg ad not(andum) & insin(uendum).
Wiesbaden, den 27. Merz 1833
Möller

Ret. Cop. br. m. an den Herrn
Amtsapotheker Mergler
dahier abzugeben.
Hachenburg d(en) 8. März 1833
Herz.-Nass. Amt
Schnubelius [?]
Stempel No. 5 ... 20 Xr(euzer)

Includ. Herzoglicher Landesregierung
ad not(andum) & insin(uendum) sub rem adjunct.
d(en) 28. Februar 33
[Unterschrift unleserlich]


8. März 1833 - StAH Abt. D Nr. 17

Proclamations- und Copulationsschein

Der ehelichen Trauung des Herrn Amtsapothekers
Mergler
ledigen Standes, dahier
mit der Fräulein Elise Jüngst zu
Emmerichenhain, ledigen Standes
steht
nach vorgängiger Proclamation
kein bürgerliches Hinderniß entgegen.
Hachenburg, den 8ten März 1833
Herzoglich Nassauisches Amt
Flach

Vorstehende beide Verlobte
sind an 3 aufeinander folgenden
Sonntagen d(en) 10, 17 & 24t(en) März
1833 dahier öffentlich proclamiert
worden, ohne daß sich ein Hinder-
niß ihrer Verbindung gefunden
hätte. Es steht daher der Trauung
von hier aus nichts im Wege.
Emmerichenhain, d(en) 1t(en) April
1833
Julius
[Unterschrift]

Gegen die Proclamation
und Trauung dieses Paars
ist dahier nichts einzuwenden.
Rennerod am 1. März
1833
[Unterschrift]


22. März 1833 - StAH Abt. D Nr. 19

Auszug
aus dem Taufregister der Pfarrei Lorch Amts Rüdesheim

Anno 1805 die 20ria mens: Augst. baptizatus
est Georgius Josephus, d(o)m(in)i Conradi Mergeler
civ(is) et cauponis huj(us) et Magdalena natae
Travers conj(ugis) fil(ius) leg(itimus) levante praenobili
d(o)m(in)o Joanne Georgio Herber satrapa
Altvilla.

[Im Jahr 1805, am 20. August, wurde getauft,
Georg Joseph, des Herrn Konrad Mergeler,
Bürger und Krämer/Wirt, sowie der Magdalena geborene
Travers, Ehefrau, legitimer Sohn, unter der Patenschaft
von Herrn Johann Georg Herber aus dem Ort
Eltville]

Für die Richtigkeit des Auszugs.
Lorch, d(en) 22ten März 1833
Kremer, Kaplan v.c.


4. April 1833 - StAH Abt. D Nr. 20

Geburtsschein
Im Jahr 1811 /:eintausen achthun-
dert und eilff:/ den 27t(en) /:sieben und
zwanzigisten :/ August, um 7 /:sieben:/
Uhr abends wurde zu Emmerichenhain
Amts Rennerod gebohren Eubecke
Henriette Elisabethe Jüngst - eine
Tochter des Herrn Heinrich Eberhard Jüngst,
Kaufmans zu Emmerichenhain
und dessen verstorbener Ehefrau Mar-
garethe Elisabethe gebohrene Jsing von
der Sieghütte bei Siegen.

Diesen Auszug aus dem Geburtsre-
gister der evangelisch-christlichen
Kirchengemeinde zu Emmerichenhain
bescheinigt.
Emmerichenhain d(en) 4t(en) April
1833
F.M.C. Julius
[unleserlich]


[ohne Datum] [nach 16. April 1833] - StAH Abt. D Nr. 22

Georg Joseph Mergler
geboren zu Lorch
20. August 1805
copul(iert] 16. Apr(il) 1833
mit Lubecke Henriette Elisabeth
Jüngst
geb. 27. August 1811
zu Emmerichenhain

 

 

 


24. Juli 1834 - StAH Abt. D Nr. 21

An
Herrn Amts-Apotheker Mergeler
dahier
[unleserlich]

 

 

 

Der
Medicinal-Rath Dr. Müller zu Hachenburg
an Herrn Amts-Apotheker Mergeler dahier
Dienst-Unregelmäßigkeit
betreffend.

Es ist von vielen Leuten geklagt worden, und habe ich
mich von den Mistlichkeiten überzeugt, daß die Taxe
des Arzneymittels niemals auf der Signatur
bemerkt ist, wie dies höhern Orts befohlen ist und
wodurch Geste in den Stand gesetzt wird, seine Rechnung
selbst zu machen. - Um solchen Verordnungen
vorzubeugen, und einzelnen Jndividuen keine Ver-
anlassung zu fernern Klagen in dieser Hinsicht
zu geben, haben sie sich selbst streng nach der
Verordnung zu richten, so wie ihren Gehilfen
genau zu instruieren und zu unterweisen, daß

daß in dieser Hinsicht auf keine Weise die
Gesetze und der Dienst-Instruktion zuwider
gehandelt werde, Hachenburg, d(en) 22ten July 1834
Dr. Müller

[Die Antwort Merglers auf diesen Vorwurf]

An den Herrn Medicinalrath Müller zu
Hachenburg
Der
Amtsapotheker Mergler dahier

Beweisgründe für die Unstatthaf-
tigkeit der von Ihnen zur
Last gelegten Dienstunregel-
mäßigkeit hinsichtlich des auf der
Signatur meist angeführten
Preises der Mediciamenten.

1). Ist Ihnen wohl bekannt, daß dieses seit der
neuen Medicin [...?] im Jahre 1818 in hiesiger
Amtsapotheke nicht eingeführt war; welches Sie auf den
für Sie gefertigten Medicamenten ersehen konnten
und daraus erblicklich wird daß das Publicum an die
Aufnehmung des Preißes nicht gewohnt ist, daher
auch keine Klagen kom(m)en können.

2). Ist Ihnen wohl bekannt, daß Sie mir Misshalten
für einzelnen Fällen anrieschen [?] den Preiß der Medicamenten auch
auf der Signatur einzuführen, warum wissen

Sie und ich.
Die allerhöchste Verordnung ist mir nicht bekannt,
nur gewöhnte ich seit meinem Herzuge das Publicum
daran, nur bei Honorationen unterblieb dieses
um nicht auffallend in der Art zu erscheinen als
deute ich auf sofortige Zahlung der Medicamenten
hin. Und diese Klage kann dann auch nur
von neuen [...?] unter Honoration oder Angestellten
stadtgefunden haben.
Gründen [?] Sie darauf ein eingesehen haben daß ein
allgemeines Ansezen des Preißes des Medicaments
auf der Signatur unthrendig [?] erscheine, so
hetten Sie in Hinsicht der angeführten Klage [?]
Grund genug, ohne Dienstvorwürfe
mir Ihre Bitten [?] kund zu tun.
Hachenburg d(en) 24. July 1834
Mergler


24. Februar 1837 - StAH Abt. D Nr. 23

Kaufbrief
Ausgezogen aus dem Contractenprotokoll des Amts
Hachenburg vom Jahr 1837 pag. 103. 58
Hachenburg den 24ten Februar 1837

Die Erben der verlebten Frau
Obermedicinalräthin Vogler
von Hachenburg haben an den
Herr Amtsapotheker Mergler und dessen
Ehefrau Elisabetha geborene Jüngst von Hachenburg
die hierunter beschriebene Gebäude erb- und eigenthümlich ver-
kauft zu haben, für die Summe von 5300 fl. - Kr.
wörtlich fünftausend dreihundert Gulden
im 24ten Fuß den Berl(iner) Th(a)l(e)er zu 105 Kr(euzern) gerechnet.

Es wurden dabei folgende besondere Bedingungen gemacht:

1. Der Käufer tritt mit dem ersten April laufenden
Jahrs in den Besitz der Gebäude, und übernimmt von
diesem Zeitpunkt an, alle hierauf haftende Lasten und
Beschwerden.

2. Die Zahlung des Kaufpreises ad 5300 fl. geschieht in
drei Terminen, namentlich:

a. der erste, vierzehn Tage nach der Ueber-
gabe der Gebäude mit achtzehn hundert Gulden.
b. der zweite, nach Ablauf eines halben Jahres
mit achtzehen hundert Gulden, also den
1ten October 1837.
c. der dritte und letzte Termin, nach

Verlauf eines Jahres mit siebenzehn
hundert Gulden, also den 1t(en) April 1838.
/:achtunddreißig:/
an die Verkäufer oder deren Bevollmächtigter,
und werden vor diesen Termin keine Zinsen bezahlt.

3. Der Käufer übernimmt die Gebäude mit allen ihren
Gerechtsamen, in dem Zustand, in welchem sie sich jetzt
befinden, ohne irgend ein Nachgesuch, es
heiße wie es wolle, an die Verkäufer machen zu
wollen, und es bleibt alles was darinn Band,
Wand, Nied, Mauer, und nagelfest ist, bei dem Hause
mit Ausnahme des in der obern Küche befindlichen
Koch- und Küchenapparats, des Kleiderschrankes
auf der Dachkammer, den beiden Schränken auf
dem obern Gang und dem Schrank im Keller.

4. Wegen eines aus dem Hause genommenen
Kochheerds wird nun den Verkäufern eine
Entschuldigung von dreißig Gulden an den
Käufer geleistet, welche bei der letzten
Auszahlung des Kaufschillings in Abzug ge-
bracht werden sollen.

5. Die Verkäufer machen sich verbindlich, die
Wohn- und Oeconomie-Gebäude bis den ersten
April d(e)s J(ahres) zu räumen.

6. Das Eigenthumsrecht bleibt bis zur gänzlichen
Auszahlung des Kaufpreises ausdrücklich vorbehalten.

7. Die durch diesen Kauf entstehenden Kosten
namentlich Stempel, Confirmationstaxe und
Expeditionsgebühren werden von den Con-
trahenten verordnungsmäßig getragen.

Beschreibung der Gebäude
Gebäude
Gemarkung Hachenburg

Ein am Markt an Lorenz Bell da-
hier gelegenes dreistöckiges von Holz
erbautes, und mit Schiefern gedecktes
Wohnhaus 32 Sch(uh) lang und 36 Sch(uh) tief.
Unter Nm. 72 des Brandcatasters
mit 3400 fl. assecuriert.

Ein zweistöckiges an vorigem
in der sogenannten Perlengasse
gelegenes, von Holz erbautes und
mit Ziegeln gedecktes Wohnhaus
21 Sch(uh) lang, 21 Sch(uh) tief, jedes Stock
8 Sch(uh) hoch. Unter Nm. 1/3 des Brand-
catasters mit 500 fl. assecuriert.

Ein Stall ebenwohl von Holz
erbaut, mit Ziegeln gedeckt
36 Sch(uh) lang und 21 Sch(uh) tief, das Dach
16 Sch(uh) hoch. In der Brandcasse
versichert mit 490 fl. Zus(ammen) für 5300 [Gulden].

Zur Beglaubigung des Auszugs
vide die Kaufnotel

Stempel: 8 fl. - kr.
Expeditionsgebühren: 3 fl, - kr.

Herzogliche Landoberschultheißerei
des Amts Hachenburg
Schmalcalden.

Vorstehender Kaufcontract wird von Amts wegen hiermit
confirmirt.
Hachenburg, den 1ten. Merz 1837

Confirmations-
taxe: 106 fl. erhalten.
Hachenburg 1. Ap(ril) 1937
N(assauische) Komptur
[Name unleserlich].

Herzoglich Nassauisches Amt
[Name unleserlich].

Kaufbrief über
das am 14t(en) Januar 1837
von den
Erben der verstorbenen
Frau Hofrath Mergler
gekaufte Hauß
für 5300 fl.


16. Januar 1843 - StAH Abt. D Nr. 24

Der
Regierungs-Praesident
Den Herrn Amtsapotheker Mergler
in Hachenburg

Die Prüfung des Candidaten
der Pharmacie Emil Flick
von Wörsdorf
betreff(en)d.

Der Candidat der Pharmacie
Emil Flick von Wörsdorf
ist um Zulassung zur Prüfung eingekommen, hat
auch die erforderlichen Zeugnisse über seinen
Aufenthalt auf Schulen und der Universität bei-
gebracht, und es steht ihm insofern nichts entgegen.
Ich ersuche Sie daher, bei dieser Prüfung nach
der Ihnen bereits bekannten Instruction die Stelle
des Referenten  zu übernehmen, und
bemerke Ihnen noch, daß Herr Medicinalrath
Dr. Ricker in St. Goarshausen zum
Correferenten bestellt worden ist.
Wiesbaden 16.ten Jänner 1843.
Möller


 

9. September 1844 - StAH Abt. D Nr. 25

Der
Regierungs-Praesident
an
Herrn Amtsapotheker Mergler
zu Hachenburg

Die Prüfung des Candidaten
der Pharmazie Jacob Wolf
von Limburg betr(effend)

Die schriftliche Ausarbeitungen des
Candidaten Wolf wurden am 29.
Juli d(es) J(ahres) dem Herrn Referenten
zugeschickt, das Resultat der Prüfung
ist indessen bis jetzt dahier noch nicht
vorgelegt worden. Ich bringe daher
diese Vorlage sowohl bei dem Herrn
Referenten als dem Herrn Correferenten
hierdurch in Erinnerung.
Wiesbaden, den 9ten September 1844.
Möller


 

15. Oktober 1856 - StAH Abt. D Nr. 26

Auf Verlangen des Herrn Amts-Apothekers Mergler
in Hachenburg wird amtlich hiermit bescheinigt,
daß die Medizinalbeamten im Herzogtum Nassau
durch Ministerial-Verordnung vom 20. Jan(uar) 1845
angewiesen sind, die Apothekerlehrlinge nach been-
deter dreijähriger Lehrzeit über allgemeine und
pharmaceutische Chemie, über Botanik, über den
Inhalt der eingeführten Pharmacepen[?] und über
Waaren-Kenntniß zu prüfen und bei genügen-
dem Ergebniß der Prüfung das Lehrattestat
zu beglaubigen.
Hachenburg d(en) 15. Oct(ober) 1856
Herz(oglich) Nass(auisches) Amt
N.N.


 

3. November 1869 - StAH Abt. D Nr. 27

Vollmacht

Wir endsunterzeichnete Eheleute Carl
Varena und Elise geb. Mergler
von Oberlahnstein ernennen hiermit
den Herrn Regierungsassessor
Carl Goedecke zu Hachenburg bei
der von unserem Vater beziehungs-
weise Schwiegervater Amtsapotheker
Georg Mergler zu Hachenburg vor-
genommen werdenden partiellen
Vermögensübergabe oder Abschluß
eines Mo- oder Immobilienverkauf-
vertrag zu unserem Bevollmächtigten.
Wir ermächtigen insbesondere unsern
genannten Bevollmächtigten den
von unserem genannten Vater bezieh(ungsweise)
Schwiegervater zu Protocole gegeben
werdenden Vertrag sei er ein
Vermögensübergabe- oder Kaufver-
trag anzuerkennen resp(ektive) unsere
Zustimmung zu ertheilen oder die Er-

theilung zu versagen, Mo- und Immo-
bilien sowie das Privilegium
der Apotheke des Amtsbezirks
Hachenburg nebst den zu letzterer
gehörigen sämmtlichen Geräth-
schaften namens unserer zu ver-
kaufen, die Bedingungen festzu-
setzen, die uns daraus zugewiesen
werdende Vermögensobjekte
namens unserer zu Erb und
Eigenthum anzunehmen, den
einzelnen Vertragsbestimmungen
beizupflichten, Anträge auf Ueber-
schreibung von Immobilien in den
öffentlichen Büchern zu stellen,
etwaige Erbherausgaben oder
Gleichstellungsgelder über-
nommen werdenden Mo- oder
Immobilien für uns in Empfang
zu nehmen, darüber gültig zu
quittiren und dieselbe etwa ander-

weit zu ordiren[!], Processe zu führen,
Vergleiche abzuschließen und über-
haupt alle dabei vorkommenden
Verhandlungen welche in dieser
Vollmacht nicht speziell angeführt
sind vorzunehmen.
Indem wir demselben Substitions-
befugniß ertheilen sichern wir
ihm Schadloshaltung zu.
Oberlahnstein d(en) 3. November 1869.
C. Varena Elise Varena geb.
Mergler

Herr Carl Varena und dessen Ehe-
frau Elisabeth Varena geborene
Mergler bekannten sich zu vor-
stehenden Namensunterschriften
als von ihnen eigenhändig vollzogen
welches beglaubigt
Oberlahnstein d(en) 5. November 1869
L(ocus) S(igili) Frank ...

In gleichlautender Weise hatten
am 20. October 1869 auch die
Eheleute Hugo Heinzerling und
Franziska geb. Mergler aus Kirtorf
eine Vollmacht für den
Regierungsassessor Carl Goedecke
erteilt.

Kirtorf am 20. October 1869
Großherzogliches Ortsgericht Kirtorf
L(ocus) S(igili)
(gez). Stumpf


22. November 1869 - StAH Abt. D Nr. 28

Geschehen bei Königlichem Amtsgericht
zu Hachenburg am 22. Nov(em)b(e)r 1869

Kaufvertrag zwischen
Amtsapotheker Georg
Mergler und Cons(orten)
und seinem Sohn Wilhelm

Praes.
Amtsrichter Bale

Es sistiren sich heute

1. Amtsapotheker Georg Mergler
von hier.

2. Amtsverwalter Regierungs-
assessor Goedecke von hier nach
anliegenden Vollmachten:

a. als Vertreter des Carl Varena
und seiner Ehefrau Elise geb.
Mergler von Oberlahnstein

b. als Vertreter des Hugo Heinzer-
ling und dessen Ehefrau Franziska
geb. Mergler von Kirtorf Provinz
Oberhessen.

Herrn
Regierungsassessor
Goedecke als
Bevollmächtigter
der Hugo Heinzerling
Eheleute von Kirdorf

3. Carl Ermen und dessen Ehefrau
Georgine geb. Mergler von
hier.

4. Wilhelm Mergler von hier

Amtsapotheker G. Mergler übergibt
den beigehefteten Auszug aus
dem Duplicatstockbuch von Hachen-
burg und trägt zunächst vor:
Ich lebe dermalen in 2.(te)r Ehe mit
der Wittwe des Amtssekretärs
Ermmen Theodore geb. Kissel jedoch
schon seit beinahe 11 Jahren factisch
getrennt und bin ich von derselben,
wie der in beglaubigten Abschrift
übergebene bei unserer factischen
Trennung aufgenommene Ver-
trag ergibt, ermächtigt, Ver-
äußerungen insbesondere auch
von Immobiliarvermögen vor-
zunehmen. Bezüglich ihres Ein-
bringens habe ich diese 2. Frau

vollständig abgefunden.
In I. Ehe lebte ich mit Elise
geb. Jüngst von Emmerichenhain
und sind aus dieser Ehe folgende
vier Kinder vorhanen:
1. Wilhelm Mergler 34 Jahre
alt und wohnhaft dahier.
2. Elise verehelicht an Carl
Varena in Oberlahnstein.
3. Franziska verehelicht an Hugo
Heinzerling in Kirtorf.
4. Georgine Ehefrau des Carl
Ermen von hier.
Unter Zustimmung meiner vor-
genannten Kinder und den
resp. Ehemännern habe ich meinem
Sohn folgendes verkauft:

1. Die auf dem übergebenen
Extracte näher verzeichneten
Immobilien Haus- und Feld-

güter in hiesiger Gemarkung
enthaltend.

2. das Apothekerprivilegium
welches sich auf den Bezirk des
Amtes Hachenburg erstreckt.

3. Sämmtliche Waaren und Ge-
schäftsutensilien.

4. Sämmtliche im Hause befindlichen
Mobilien mit Ausnahme
derjenigen welche bei der
Oeconomie Verwendung
finden.

5. Sämmtliche am 1. October l(aufenden) J(ahres)
vorhanden gewesene Ausstände
im Apothekergeschäfte sowie
die auf diesem Geschäfte damals
ruhenden Passiva.

6. der vereinbarte Kaufpreis
beträgt 40.000 fl. in Worten

vierzigtausend Gulden oder 22.857
Th(a)l(e)r 4 Kr(euzer) 3 Pf(ennige) und zwar sind bei
dieser Kaufsumme veran-
schlagt worden.
a. die sub 1 aufgeführten Immo-
bilien Haus- und Geldgüter
zu 4500 Thlr. in Worten viertausend
fünfhundert Thlr.
b. Das Apothekerprivilegium zu
16000 Thlr ...
c. Sämmtliche Waaren und Ge-
schäftsutensilien sowie die sub 5
gedachten Activa und Passiva
zu 1757 Thaler 4 Sgr. 3 Pf.
d. die im Hause befindlichen Mo-
bilien zu 600 Thalern.
Nicht mit verkauft sind also
das vorhandene Vieh, Fahrgeschirr,
die vorhandene Frucht sowie
das Futter für das Vieh, sämmt-

liche auf dem Speicher sowie im
Keller befindliche Victualien
und sämmtliche Oeconomie-
geräthschaften ausgenommen
die im Hause befindliche Schrot-
mühle welche also mitverkauft
ist.

7. Die Zahlung erfolgt in der
Art, daß mein Sohn folgende
Verbindlichkeiten übernimmt:
a. die auf den in dem übergebenen
Extracte verzeichneten Immo-
bilien rührende Hypothekschuld
im Betrag von 7560 fl. nebst
der Zinsen vom 1. October l.J. an -
von dieser Schuld übernehme ich
jedoch, da einzelne Grundstücke
aus der Hypotheke ausgeschieden
worden sind, die Abtragung
von 566 fl. nebst den Zinsen von

1. October l.J. an.
b. Die Zahlung folgender Verbind-
lichkeiten die ich meinen Kindern
aus dem Nachlasse ihrer ver-
storbenen Tante Henriette
Jüngst, ihres verstorbenen Bruders
August Mergler, welcher nach
der Mutter starb und endlich
als Pflichttheil ihres mütter-
lichen Vermögens verschulde:
a. An meine Tochter Elise ver-
ehelichte Varena 2662 Th. 28 Sgr. 1 Pf.
in Worten zweitausend sechs-
hundert zwei und sechszig
Thaler 28 Kr(euzer) 1 Pf(ennig).
b. an meine Tochter Franziska
verehelichte Heinzerling 1893 Th.
20 Kr. 9 Pf. ...

c. ab meine Tochter Georgine ver-
ehelichte Ermen
4034 Th. 28 Sgr. 4 Pf. ...
d. an sich selbst 8362 Thaler 26 Sgr.
8 Pf. ... die derselbe
also an dem Kaufpreiß in
Aufrechnung bringt.
e. der hiernach verbleibende
Rest des Kaufpreises im
Betrag von 1906 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. ...ist erst
nach dem Ableben meiner
zweiten Ehefrau an mich
oder meine Erben auszubezahlen

wobei, um Mißverständnißen
vorzubeugen, mein Sohn Wilhelm
den Erben gegenüber als
Erbe seinen Antheil aufzu-
nehmen berechtigt ist - Aus
dem Revenüenertrage dieser
1906 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. soll die
Jahresrente, welche nach dem
in Abschrift übergebenen Ver-
trage meiner 2ten Ehefrau
im Betrag von 200 fl. stipulirt
ist, bestritten werden.
Obwohl diese Revenüen zu 5 %
gerechnet, keine 200 fl. aus-
machen, so soll doch mein Sohn
Wilhelm die 200 fl. ganz bezahlen.
Und bleibt es demselben über-
lassen, die mehrgezahlten
Revenüen, zu 5 % gerechnet,

bei der Auszahlung dieser Capi-
talsumme in Aufrechnung
zu bringen.

8. die nach Pos. 6 x B je an die
Schwestern zu zahlenden Summen
müssen spätestens am 1. Oct(o)ber
1874 gezahlt werden und zwar
mit 5 % Zinsen vom 1. October
1869 an. Jedoch steht es meinem
Sohn frei, diese Abfindungs-
summen nach seinem eigenem
Ermessen innerhalb dieser fünf
Jahre ganz oder in Theilzahlungen
abzutragen.

9. In dem Hause bleibt alles
was Wand, Band, Nied, Nagel,
Mauer und erdhaft ist.

10. Fürs angegebene Ruthen-
maas wird nicht gehaftet.

11. In den Besitz der verkauften
Objecte ist mein Sohn vom 1ten
October l.J. an getreten und
hat derselbe von da an alle
darauf ruhenden Abgaben
und Lasten zu tragen.

12. Die Kosten dieses Vertrags
zahlt mein Sohn.

13. Auf die Einrede der Verletz-
ung über die Hälfte wird von
beiden Theilen Verzicht geleistet.

14. Hypothekenrecht bleibt vorbe-
halten nicht aber Eigenthums-
recht. -
Die Einwilligung des Hypotheken-
gläubigers wird nachgebracht
werden.
Hiernach trage ich auf das Vor-
geschriebenen Ab- und Zuschreiben im

Stockbuch und Ausfertigung der
Urkunde an.
Bezüglich der Urkunden genügt
es, wenn jedem der Interessenten
Abschrift des heutigen Vertrages,
des Extractes, der Vollmachten
(nicht aber des Vertrages mit
der 2ten Ehefrau) zugefertigt wird.

G. Mergler

unterschrieben und erklären
hiernach Regierungsassessor Goedicke
mit Bezugnahme auf die über-
gebenen Vollmachten, Carl Ermen
und dessen Ehefrau und Wilhelm
Mergler. Der Vertrag ist sowie er den
Intentionen der Interessenten ent-
spricht, niedergeschrieben worden, wir
genehmigen denselben in allen Puncten
und tragen ebenwohl auf das Vorge-
schriebene Ab- und Zuschreiben und Ausfertig-
ung der Urkunden an.

C. Goedecke Regierungsassessor
Carl Ermen
Georgine Ermen
Wilhelm Mergler
Unterschrieben
In fidem
Bale